Titelthema im Juli 2010
Ausbalancierte Inhalts- und Akteursorientierung als zentraler Erfolgsfaktor in der Post Merger Integration
In jüngster Vergangenheit werden von Akteursseite häufig die personelle, kulturelle und Stakeholder-Integration in Post Merger Integrationsprojekten in den Vordergrund gerückt. In anderen Fällen werden von inhaltlicher Seite hingegen die strategische und strukturelle Integration betont. Obwohl diese beiden Perspektiven zweifelsfrei wichtig sind, kann eine überzogene Bedeutung einer- oder andererseits weniger zielführend sein. Der Bogen kann sozusagen überspannt werden, so dass die erwarteten Wertsteigerungen nicht realisiert werden. Dies kann daran liegen, dass zu sehr auf die Inhalts- oder Akteursorientierung gesetzt wird. Die Balance von Inhalts- und Akteursorientierung wird jedoch in der relevanten Literatur nicht thematisiert.
In dem Beitrag wird daher die Post Merger Integration (PMI) aus Akteurs- und Inhaltsperspektive dargestellt und anschließend am Best Practice- Beispiel der Übernahme von BOC durch Linde exemplifiziert. In diesem Zusammenhang wird auch kurz der strategische Hintergrund für die Übernahme von BOC durch Linde beleuchtet. Die Analyse der Linde- BOC-PMI zeigt, dass der Erfolg für Lindes erfolgreiche Unternehmensintegration auf eine ausbalancierte Akteurs- und Inhaltsorientierung während des PMIProzesses zurückzuführen ist. Am Ende des Beitrages werden Schlussfolgerungen für das Management des PMI-Prozesses aufgezeigt.
Dr. Michael Ruess & Prof. Dr. Sven Voelpel
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Unternehmensbewertungen sind heute praktisch zu einem standardisierten Produkt geworden. Jeder, der die grundlegenden Corporate Finance-Konzepte verstanden hat, kann ein einfaches Model erstellen und dies dann eine Bewertung nennen. Einige haben gar dieses aufwendige Verfahren gescheut und beschränkten sich nur auf die Multiplikatoren- Methode. Ein florierendes Marktumfeld gepaart mit der optimistischen Erwartungshaltung an den Märkten führte dazu, dass sich niemand wirklich Gedanken über die Nachhaltigkeit der Erträge machte. Zur Rechtfertigung der bezahlten Multiplikatoren sind Faktoren wie die Verbesserungen der Effizienz und Synergien genannt worden.
All jene, die die Grundkomponenten einer DCF-Bewertung kürzlich berechnen wollten, haben bemerkt, dass mit dem aktuell niedrigen, risikofreien Zinssatz und der erhöhten Gewichtung des Fremdkapitals in der Kapitalstruktur die gesamten Kapitalkosten eines Unternehmens höchstwahrscheinlich gesunken sind.
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